Annett Finger - Triathletin

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Herausforderungen annehmen - Ziele verfolgen - Grenzen ausreizen - Erfolge erzielen

Heimwärts

15. November 2014

 

Vier Monate, 10 Länder und ein ganzer Sack voller toller unbezahlbarer Erlebnisse. Und weiter?

 

Back to good old Germany.

 

Und ja, ich freue mich! Ich freue mich auf meine Heimat, meine Familie, meine Freunde und den ganzen geliebten Tussi-Prinzessinnen-Kram, der eben nicht in einen 55 Liter Rucksack passt. Und ich freue mich auf den Sport. Schwimmen, Radfahren, Laufen. 

 

Es wird eine Weile dauern wieder hineinzufinden um fischähnlich durchs Wasser zu gleiten, Wind statt einer sanften Brise in den Haaren zu spüren und das Gefühl ab und an über Waldboden und Asphalt zu schweben statt lediglich der Schwerkraft entgegenzuwirken. Doch jetzt: die letzten Tage Argentinien genießen.

 

PS: gestern wurden die ersten Wale gesichtet. Wenn Träume wahr werden :-)

Die Sache mit den Wanderleggings

23. Oktober 2014

 

.... amüsiert mich immer wieder und zeigt, dass ich wohl noch keine „richtige“ Travellerin bin, denn die Wanderlady von heute trägt Pantalons oder besser gesagt Leggings. Nicht nur zu jeder Tages- und Nachtzeit sowie in jeglicher Lokalität, sondern auch unabhängig ob in Größe small oder large. Egal, den peruanischen Männern gefällt’s ☺ Aber diese Erkenntnis soll nicht die wichtigste der letzten Wochen sein, abgesehen davon, dass ich die Damen von Zeit zu Zeit um ihre bequeme Robe ein klein wenig beneide, wenn wir mal wieder 22 Stunden im Bus verbringen.

 

Von den Bergen im Norden ging es in Richtung Cusco, der Stadt des Machu Picchu, einem der aktuellen Weltwunder. Klar wollten wir es uns anschauen, auch wenn es das Touristenmagnet schlechthin in Südamerika ist. Aus diesem Grund werden die Schaulustigen aus aller Welt in Scharen in die Stadt gefahren und geflogen. Doch nichts desto trotz ist Cusco eine sehr schöne Stadt in der wir uns schnell wohl gefühlt haben. Ein Grund mehr dort endlich einen Spanischkurs abzulegen, im Intensivformat, das heißt 4 Stunden am Tag 5 Tage die Woche. Auch wenn ich mich ziemlich auf den neuen Input gefreut habe, war es doch mächtig anstrengend so viele Jahre nach dem Studium mal wieder die Schulbank zu drücken, zu lernen, Hausaufgaben zu machen und abgefragt zu werden. Aber es hat sich unheimlich gelohnt, nicht nur wegen des Zeugnisses ☺ sondern können wir nun zumindest auch verbal recht ordentlich kommunizieren. Es ist zwar noch etwas holprig, aber es wird.

 

Die geistige Anstrengung wurde mit körperlicher kombiniert Laufen in 3.400 Metern über dem Meeresspiegel. Puhhh, aber irgendwann wurde aus walken auch ein wenig laufen. A really good feeling. PS: ohne flaues Gefühl im Magen, auch wenn ich mich als Frau frühmorgens allein durch die Natur oder städtischen Gassen bewegte. Peru ist uns bis heute kein einziges Mal in irgendeiner Weise bedrohlich oder gefährlich vorgekommen. Ich glaube es ist alles eine Sache des gesunden Menschenverstandes, den ich in der Heimat allerdings auch an den Tag legen muss.

 

Nach unserem Kursus machten wir uns mit zahlreichem neuen Vokabular im Gepäck auf zur alten Inkastadt Machu Picchu, ein dreitägiger Trip mit viel wandern und staunen. Ja, es ist so toll, wie all die Besucher meinen. Der erste Blick raubt einem tatsächlich ein wenig den Atem, wenn man von oben auf die Ruinen des Berggipfels blickt. Tatsächlich schön und wir haben einige Stunden einfach nur gesessen und geschaut.

 

Und nun? Nun sitzen wir mal wieder im Bus. Dieses Mal 12 Stunden, noch immer ohne Wanderleggins und sind gespannt auf einen Canyon im Süden, welcher riesige Kondore beherbergt, Vulkane sowie weitere 6.000er Gipfel um sich scharrt. Atemberaubend. 

Damals im Geografieunterricht

26. September 2014

 

... sollten wir Schüler so exotische Ort wie Peru, die Anden, den Titicacasee usw. auf der Weltkarte zeigen. Wenn ich damals gewusst hätte...

 

Doch bevor wir in diese fernen Regionen vorstoßen, spulen wir erst einmal noch einen Monat zurück.

 

Zuletzt hatte ich von den atemberauben Polarlichtern berichtet. Von dort aus benötigten wir noch gut 2 Wochen bis wir zurück in Deutschland waren. Eine vergleichbar kurze Zeit, doch zuerst lockte uns die Wärme weg aus dem finnischen Norden und dann die Ferne zurück in die Heimat. Wir verbrachten ein paar Tage auf den finnischen Schären - einmal Sommer, Sonne, Ostsee bitte. Herrlich. Von da aus zog es uns ins Getümmel und mal wieder in salonfähige Kleidung ☺ Ab nach Helsinki. Eine moderne urbane Stadt mit viel Jungvolk und entsprechend Leben. Wir besuchten den Designermarkt, ein kleines ausgefallenes Musikfestival und atmeten etwas Stadtatmosphäre, bevor wir in die baltischen Staaten übersetzten.

 

Mit der Fahrt über die Ostsee machten wir sogleich auch einen gefühlten Sprung zurück in meine Kindheit. Estland, Lettland, Litauen und Polen. Länder die, trotz ihrer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung, gefühlt noch immer von Landwirtschaft, kleinen krummen Häuschen sowie Omis in Kittelschürze am Straßenrand geprägt sind. Osteuropa eben. Ich mag das, so wie ich es seit meiner Kindheit und den Urlauben da mag. Manches dreht sich langsamer, ist freundlicher und auch einfach mal umsonst, eine Busfahrt dank eines freundlichen Fahrers zum Beispiel oder feinste Campingplätze direkt am Meer.

 

In Polen machten wir einen Abstecher in Richtung Masuren, gingen Paddeln, schauten uns die Wolfsschanze sowie die schöne Altstadt von Danzig an. Und schon waren zurück, zurück von unserer Ostseeumrundung. Die letzten Tage wurde Südamerika mehr und mehr zum Thema in unseren Gesprächen und Köpfen. Wir wollten weiter. Nach einer Woche organisatorischem Kram, aber auch einem spontan unerwartetem Konzert der Band Kraftclub (Yeah, ich mag die Musik der Jungs, wenngleich wir fast die ältesten Besucher vor Ort waren), sollte es endlich endlich losgehen. Mit dem Zug nach Frankfurt und von dort aus mit dem Flieger über Madrid nach Peru.

 

Zuletzt jedoch spürte ich ein seltsames Gefühl in mir: Angst. Angst vor dem Unbekannten, ohne Arbeit und feste Bleibe zu sein. Es darf ruhig erwähnt sein, dass nicht alles easy peasy an mir vorbeigeht, aber es ist sicher auch gut, mit einer Portion Kopf und Respekt dieser großen Sache gegenüberzustehen. Insgeheim war ich mir ziemlich sicher, dass es auf diese Weise umso besser werden würde.

 

Nach 36 Stunden Reise wurden wir dann direkt hineinkatapultiert in das lateinamerikanische Gewusel und ich fühlte mich tatsächlich vom ersten Moment an wohl, trotz der vielen grauen und alles andere als europäisch daherkommenden Häuser, trotz des wahnsinnigen Verkehrs, trotz der Warnungen, dass Peru nicht ungefährlich ist. Aber die Menschen hier sind tatsächlich... einfach toll. Lächelnd, farbenfroh leuchtend gekleidet, stolz ihre großen Hüte auf dem Kopf tragend und zumeist wirbeln kleine schwarzhaarige Wesen mit großen braunen Augen um sie herum oder werden liebevoll in einem Tuch auf dem Rücken getragen, die uns von Zeit zu Zeit neugierig anlächeln. Musik ist allgegenwärtig, zu jeder Tages- und Nachtzeit. An jeder Ecke wartet ein kleiner Wagen, wo Mutti und / oder Vati Frischgebackenes und –gekochtes verkaufen. Eine kulinarische Reise durch die fremdländischen Geschmäcker, die einfach großartig ist. Meerschweine, eine lokale Spezialität, haben wir jedoch noch nicht probiert. Ich selbst früher stolze Hüterin dieser kleinen Knäuele kann doch nicht... Bommel, Schnuffel und Lumpi, nein das geht nun wirklich nicht.

 

Seit drei Tagen sind wir nun in den Cordilleras, in den Bergen nördlich von Lima. Mit dem Bus ging es über ein Stück Panamericana und dann von 0 auf 3000 (Meter Höhe). Daran müssen wir uns erst einmal gewöhnen, so dass wir die schneebedeckten prachtvollen Gipfel derzeit lediglich aus der Ferne bewundern. Die Cordillera Blanca ist mit zahlreichen 6000ern, nach dem Himalaya, die höchste Gebirgskette der Welt und wir werden einen winzigen Teil davon bewundern dürfen.

 

Bilder sind wie immer auf meiner Facebook Seite zu finden:

www.facebook.com/annettfinger81

Polarlichter statt Pottwale

01. September 2014

 

Was lese ich da in den Medien? Ein Elch mitten in Dresden? Und wieso fahre ich extra nach Skandinavien, um den Herrn und seine Dame anzutreffen? Bisher hat sich dieser Typ uns „hier oben“ erst ein Mal gezeigt Nee nee.

 

Da ich ja nun eine sehr große Tierfreundin bin und am liebsten einen kleinen Zoo um mich scharren würde, bin ich visuell natürlich stets auf der Jagd nach felligen Gefährten. Und das nicht gerade ohne Erfolg. Meine kleine Tiersichtungsliste umfasst inzwischen schon so einiges. Von den Rentieren hatte ich bereits berichtet (übrigens laufen die in Finnland so zahlreich herum, wie in Norwegen die Schafe. Wer die guten also mal sehen möchte – ab nach Finnland). Eine Elch schaute uns inmitten eines Zwiebelfeldes ungläubig entgegen, zahlreiche Rotfüche haben mit uns Verstecken gespielt, zwei Seehunde vergnügten sich bei Sonne planschend im Meer und einige Seeadler schwebten majestätisch über unsere Köpfe. Doch meine persönlichen Highlights waren die Schweinswale und die Moschusochsen.

 

Die delphinähnlichen Wale waren wahrscheinlich eine kleine Wiedergutmachung, denn wir hatten drei Tage in der Stadt Andenes, nördlich der Lofoten, verbracht um einige der hiesigen Pottwalmännchen zu bewundern. Leider ließ es der Wind jedoch nicht zu, dass wir mit dem Boot auf hohe See fahren konnten und so sollte es einfach nicht sein und wir fuhren weiter. Ein anderes Mal...

 

Die „Moschis“, das war pures Glück. Im Dovrefjell Nationalpark, wo im 19. Jahrhundert einige Exemplare aus Kanada importiert wurden, machten wir uns mit Rucksack und Zelt auf die Pirsch, in der Hoffnung einige der riesigen Hornträger anzutreffen. Wir hatten uns auf ein bis zwei Nächte draußen eingerichtet, wanderten aufgeregt los und nach gerade einmal 20 Minuten kamen wir über eine Bergkuppe und blicken uns erschrocken an: 7 Prachtexemplare in Sichtweite, inklusive 3 kleiner Mini-Moschis. Unvergesslich.

 

Doch was geschah sonst noch, seit dem wir unterwegs sind? Wir haben den höchsten Berg Norwegens bestiegen, sind einmal von Süd nach Nord und ganz nach Ost gefahren, haben mal an der russischen Grenze stramm gestanden und sind dann vor Kälte und Wind bibbernd gen Süden in eine neue Zeitzone, nach Finnland eingetaucht, auf der Jagd nach ein paar mehr Grad Wärme. Die Temperaturen werden seit langem nur noch selten zweistellig. Es ist kalt. Der Negativrekord liegt derzeit bei 2,5 Grad Celsius. Brrrr.

 

Wir haben nette Menschen getroffen: Karsten aus Hamburg, mit dem Liegerad auf langer Tour durch Schweden und Norwegen; einige Ehepaare aus Belgien und Deutschland, die seit Jahren in den Norden reisen und noch immer schwärmen können. Von ihnen haben wir zahlreiche Besichtigungstipps tbekommen. Dann wären da Thomas und seine Familie aus Dresden, ein echter Globetrotter, der den Reiseappetit nur noch größer hat werden lassen und zwei norwegische Mädels, die mal eben von Süd- nach Nordnorwegen wandern, etwa 3000 km am Stück. Hut ab.

 

Noch mehr Berge wurden gestürmt, die Lofoten bei herrlichem Sonnenschein erobert und wir wippen in der tatsächlich traumhaften Stadt Tromsö beim Music Festival ein wenig mit den Hüften. Immer wieder finden wir traumhafte Schlafplätze mit Aussicht, probieren uns erfolgreich im Beeren- und Pilze sammeln, sind jedoch nach wie vor erfolglos beim Angeln. So das wir inzwischen der Überzeugung sind, dass die Sache mit dem Fisch nur so ein „Touriding“ ist... Aber der Spaß ist es wert. Norwegen lehrt einem Geduld, nicht nur beim Angeln, sondern auch im Bezug auf das Wetter, der Ausschau nach Walen sowie beim Vorwärtskommen auf den schmalen zum Teil ruckeligen Straßen.

 

Doch was Norwegen ebenfalls lehrt ist die Gastfreundschaft gegenüber Fremden. So sieht man sehr häufig am Straßenrand kleine Holzhäuschen mit Sitzgelegenheiten und Blümchen auf dem Tisch oder gar eine ganze Hütte, von Privatpersonen errichtet, die zum Verweilen einladen. Das gefällt mir und ist in good old Germany undenkbar.

 

Am Inarisee in Nordfinnland bekam unser Reisegefährt neue Polarpuschn (Reifen), denn die alten waren nach zusätzlichen 7.000 Reisekilometern endgültig verschlissen und so können wir die „road to nowhere“ weiter sicher bereisen. Im Gegensatz zu Norwegen sind die Straßen flach und gefühlt endlos lang. Die Natur ist viel weicher und besteht hauptsächlich aus Nadelbäumen, nur noch flachen Erhebungen sowie unzähligen Seen. Und in noch etwas unterscheidet sich die Bevölkerung – es scheinen alle versteckte Mika Häkkinen’s zu sein. Sie rasen wie die Wilden, auch wenn die Straße nur aus Schotter besteht, ganz im Gegensatz zu uns Deutschen, die brav aufs Automobiloutfit bedacht sind ;-)

 

Als wir gestern dann auf dem „Bärentrek“ im Oulanka Nationalpark unterwegs waren, fiel mir ein junges Mädchen mit großem Rucksack auf. Dabei kam mir etwas in den Sinn, das ich selbst schon häufig spüren durfte, z.B. als ich mit den Ski Finnland gequert habe oder über die Alpen gerannt bin:

 

Von Zeit zu Zeit sollte man etwas schwerer tragen, um die Dinge leichter zu nehmen.

 

Doch möchte ich nicht mit diesen zum Nachdenken anregenden Worten abschließen, sondern mit etwas magischen und wunderbaren. Letzte Nacht, als ich gegen 2 Uhr nachts mal schauen musste, ob rings um unser Heim auf Rollen alles ok ist ;-) blickte ich in den Himmel und konnte es kaum glauben: Polarlichter. Wow. 

I want to travel the world

05. August 2014

 

Eine Reise machen, eine lange Reise, gar eine um die Welt? Dies ist ein von mir lang gehegter Traum. Keine Suche nach irgendetwas, einfach eine Erkundungstour, Abenteuer erleben, Menschen kennenlernen, fremde Orte, aber auch Hindernisse der anderen Art nehmen.

 

Wir waren bereit unsere gewohnte Komfortzone zu verlassen.

 

Mitte Juli war es soweit. Ein Impfmarathon lag hinter uns, viel Papierkram und Organisatorisches wurde abgearbeitet, die Taschen waren gepackt, der letzte Arbeitstag stand an. Ein seltsam unbekanntes jedoch überaus gutes Gefühl.

 

Mit Norwegen sollte es beginnen. Untypisch, denn die meisten, wenn nicht alle Weltreisende, zieht es direkt in entfernte Gefilde. Doch wir fanden die Idee Skandinavien super. Einmal Lofoten und zurück, wobei der Weg das Ziel ist, denn bis in den ganz hohen Norden gibt es vieles zu entdecken.

 

So setzte sich am 22. Juli der, hauptsächlich mit Lebensmitteln, voll beladene Wagen in Bewegung. Das neue Zuhause für die nächsten Wochen.

 

Von Dänemark aus ging es mit der Fähre an die Südspitze Norwegens von wo aus sich unsere Reise in nördliche Richtung fortsetzte. Im Land herrschten seit Tagen hochsommerliche Temperaturen. Das Thermometer zeigte die ersten Tage 28 Grad. Herrlich, so vermochte der Sprung in die tiefblauen Seen und Flüsse hier und da eine wohltuende Abkühlung.

 

Wir entdeckten ein tolles Naturbadefleckchen im Fluss mit einer prima Steinwasserrutsche. Die Kinder machten es vor, wir nach. Die ersten Schrammen an den Knien vorprogrammiert ☺ und eine Rettungsaktion meiner Bikinihose, die sich beim Spülen der Wäsche verabschieden wollte. Aber wir haben das Luder zurückgeholt, was den Applaus anderer Badegäste einbrachte.

 

Die ersten Tage standen unter dem Motto eingewöhnen und ankommen, das tägliche Leben im neuen „Heim“ organisieren: fahren, kochen, schlafen und alles ringsherum. Insgesamt hat die Dame natürlich wieder einmal viel zu viel an Bord. Das leidige Thema: die Tasche ist übervoll mit Dingen, die man im Grünen eigentlich gar nicht benötigt. Frau eben. Aber eine gute Generalprobe für die anschließende Weiterreise nach Südamerika, wo mir lediglich 55 Liter Rucksackvolumen zur Verfügung stehen.

 

All abendlich beginnt stets die Ausschau nach dem geeigneten Schlafplatz, wie die von anderen Reisenden ebenfalls – die Autoschläfer auf der Suche nach dem besten Fleckchen. Ein illustres Schauspiel.

 

Das Hardangervidda wurde unser erstes größeres Ziel. Wir hatten vor den Nationalpark von Nord nach Süd mit Rucksack und Zelt zu queren. Die Natur zeigte sich ihrer schönsten Seite. Wir kamen aus dem „Ahhh“ und „Ohhh“ sagen selten heraus.

 

Leider bekamen wir am dritten Tag beide Magenprobleme. Das Auto stand etwa 15 Wanderstunden entfernt. Nix mit mal eben runter vom Berg und zurück in der Zivilisation. Mir war Angst und Bange. Ich hatte Bedenken, die Sache könne sich noch verschlimmern. Kein Hungergefühl und wackelige Beine. Na prima. So kam es, dass ich mit nur drei Schokoriegeln 1,5 langen Wandertage absolvierte. Hätte ich vorher nicht für möglich gehalten, aber es ging. Am Abend des zweiten Tages dann kam der Hunger zurück und alles war wieder gut. Die letzten Meter bis zum Heim auf Zeit wurden trampenderweise zurückgelegt. Premiere und Lehre zugleich. Blondi und Mr. Pinki, die von uns aus der Ferne, wegen ihres Verhaltens, belächelt wurden, waren diejenigen welche kurze Zeit später ihren Pickup neben uns zum Stehen brachten und uns mitnahmen. Ein nettes Paar, das etwas zu erzählen hatte. Nix belächelnswert. Lesson learned.

 

Nach diesen vier schönen aber auch anstrengenden Tagen in der Wildnis freuten wir uns auf Essen und eine Dusche. Zwischenstopp: Campingplatz. Ich wollte nur noch eines: Chemie an meinem Körper. Shampoo, Duschbad, Bodylotion. Das volle Programm. Und warmes Wasser natürlich. Ich genoss die vier Minuten (die Duschzeit war begrenzt) in vollen Zügen.

 

Nach diesem Highlight wartete sogleich schon das nächste auf uns, ganz unverhofft, bei einem Berglauf. Auf den ersten Blick vermochte ich Ziegen zu sehen, doch beim genaueren Hinschauen entfuhr mir ein etwas zu lauter und aufgeregter Ausruf: „Rentiere“ und schwupps hatte ich die vier Prachtexemplare unweit von uns auch schon auf uns aufmerksam gemacht. Weg waren sie. Wir blickten uns um und trauten unseren Augen kaum. Wo wir nur hinsahen: Rentiere. Eine riesige wilde Herde von bestimmt 200 Tieren, die gemütlich ihr Abendbrot auf der Bergwiese zu sich nahmen.

 

Diese nordischen Gefährten waren schon ein echtes Highlight, doch wen ich auch zum ersten Mal kennenlernen durfte war mein Freund Lemmi Lemming. Eines dieser kleinen felligen Kerlchen entdeckten wir eines Abends, als wir etwas über einen kleinen See schwimmen sahen und verwundert näher hinschauten. Einer der fälschlicherweise für lebensmüde gehaltenen Lemminge war’s. Ich mag sie, wenn sie mit ihren breiten Hinterteilen über die Wiesen flitzen und straußenähnlich ein Versteck einnehmen, das eigentlich keines ist.

 

Tja und so fliegen die Tage an uns vorbei. Gefühlt sind wir wenigstens schon einen Monat unterwegs. Tatsächlich noch nicht einmal zwei Wochen. Wir genießen die Ruhe, die Natur, den morgendlichen Kaffee im Grünen, das Draußensein und all die kleinen Dinge, die uns Tag für Tag wiederfahren.

 

We travel the world...

Have a break - have a Reise

10. Juni 2014

 

Wie sagt man so schön: “Manchmal kommt es anders und meistens als man denkt.”

 

Kurz: ich habe entschieden mich mit dem Rucksack auf eine längere Reise durch die Weltgeschichte zu begeben. Ein Traum, den ich bereits seit vielen Jahren träume. Allerdings habe ich erst jetzt den notwendigen Mut gefunden, um diesen zu realisieren.

 

Nun fragt ihr euch sicher: „Und der Sport?“ Die Antwort lautet: ich lasse ihn für eine Weile ruhen, biege noch einmal ab und das, obwohl ich trainingstechnisch in meiner bisher besten Form bin. Allerdings hat das Leben seine eigenen Regeln und so kommt es, dass mein Kopf gerade nicht im Wettkampfmodus ist. Ohne den notwendigen Hunger und Biss brauche ich als Profisportlerin jedoch nicht an die Startlinie gehen, denn in einem Rennen muss ich das letzte Fünkchen aus mir herausholen und über meine Grenzen hinausgehen können.


Fakt ist, dass ich in den letzten zwei bis drei Jahren Dinge erreicht habe, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte. Darauf bin ich unheimlich stolz.


Ende Juli wird es losgehen. Gern werde ich euch auf dem Laufenden halten und sage mit einem breiten Lächeln: „Ich packe meine Sachen und bin raus, mein Kind, Annett ist auf der Reise und hat Rückenwind…“ 

From Frankfurt to Frankfurt - hier auf Lanzarote

19. März 2014

 

Trainingslager. Radausfahrt. 6 Stunden.

 

"Ok", meint Co-Pilotin Jenny, "Wiir fahren heute mal von Frankfurt/Main nach Frankfurt/Oder." Eine gute Idee. Und immer wieder hält die Dame mich auf dem Laufenden, wo wir uns imaginär mit dem Auto gerade befinden würden. Statt der vier Räder haben wir allerdings lediglich zwei unter dem Hintern (PS: das neue Ceepo Radl fährt wie eine Eins) und befinden uns auf der besagten kanarischen Insel. 

 

Ein nettes Spielchen, über das wir kichern können, wie so häufig dieser Tage. Eine gute Sache, neben all dem Schwimm-, Rad-, Lauf- sowie Krafttraining. Langweilig wird uns zumindest nicht. Und nein wir verspüren, trotz einiger Wochen hier im Süden, auch noch keinen Lagerkoller. Es geht uns also gut, sehr gut sogar.

 

Die ersten beiden Wochen vergingen wie im Flug. Unter den Gästen des Competence Triathlon Camps waren zahlreiche bekannte und liebenswerte neue Gesichter. Es wurde gelacht, gesungen und natürlich geradelt. Ach ja, sogar des Abends getanzt ;-)

 

Ein weiteres Highlight in den ersten beiden Wochen, war der „Music Marathon“ in Puerto del Carmen, im Rahmen dessen ich über einen 10,5 km Lauf gestartet bin. Auch dies eine nette Abwechslung.

 

Nun stehen die letzten Tage an. Am Wochenende werde ich im Rahmen des TRI:122 in Costa Teguise einen ersten Trainingstriathlonwettkampf absolvieren. Die Distanz beträgt 1 – 60 – 10 km. Sehen wir mal wie sich das Rennfieber so anfühlt.

 

Sonnige und herzliche Grüße

Eure Annett

Zwischenmeldung

30. Januar 2014

 

So ziemlich genau heute vor einem Jahr hatte ich den Eintrag „A long way to go“ auf meiner Homepage veröffentlicht. Dieser entstand als ich zurück aus dem Trainingslager auf Lanzarote war.

 

Heute bin ich selbiges, nur ein Jahr später. Im Flieger musste ich daran denken, denn seit dem ist einiges passiert. Ich hatte mich entschlossen den Weg als Profi-Triathletin einzuschlagen. Ich habe im April letzten Jahres meine Arbeitszeit von 40 auf 30 Stunden reduziert, um mich gezielter auf Wettkämpfe vorbereiten zu können.

 

Das Wettkampfjahr begann im Mai jedoch leider mit einem derben Rückschlag, als ich beim Ironman Lanzarote leider nicht das Ziel erreichte. Eine bittere Pille, die im Nachhinein betrachtet jedoch nicht nur negatives mit sich gebracht hat, denn es hat mich nur noch mehr, in dem was ich anstrebe ,bestärkt.

 

Mit noch mehr Biss und einem „jetzt erst recht-Gefühl“ ging es zu weiteren Wettkämpfen, dem Czechman, der größten Mitteldistanz im tschechischen Nachbarland, dem Ironman 70.3 Berlin, der Half Challenge Walchsee und zu guter letzt der Challenge Barcelona.

 

Besonders dort habe ich einen sehr guten Wettkampf abliefern können, der mir gezeigt hat, dass ich mitspielen kann und mich aus sportlicher Sicht weiterentwickelt habe, so dass ich die Entscheidung getroffen habe meine Arbeitszeit um weitere 10 Stunden zu reduzieren.

 

Ich weiß es sehr zu schätzen, dass mein Arbeitgeber das Verständnis für meine Passion aufbringt und es genauso spannend findet, wie ich bei meinem „Long way to go“ dabei zu sein.

 

In den letzten beiden Wochen war ich wieder als Radguide des „Competence Triathlon Trainingscamp“ auf Lanzarote unterwegs und konnte erste Kilometer in der Sonne genießen, ebenso wie das tolle Umfeld in der Gruppe. Das war spitze. Ende Februar geht erneut auf die kanarische Insel.

 

Die ersten Wettkämpfe sind nun ebenfalls definiert: am 26.4. werde ich bei der Half Challenge Fuerteventura einen Vorbereitungswettkampf absolvieren und am 29.6. werde ich mein erstes Jahreshighlight im Rahmen des Ironman Klagenfurt ins Visier nehmen. Ick freu mir.

 

Weiterhin freue ich mich sehr verkünden zu dürfen, dass ich neben meinen bisherigen Ausrüstern einen neuen gewinnen konnte: CEEPO, die mir mit dem Modell Katana an serh chices und äußerst schnelles neues Triathlonrad unter den Hintern setzen. Vielen Dank dafür!

 

Mit einem Lächeln Eure Annett 

Alles Liebe

06. Januar 2014

 

Ihr Lieben, ich wünsche Euch für 2014 all das Beste. Mögen all Eure Wünsche in Erfüllung gehen und Vorhaben in bestmöglich die Realität umgesetzt werden können.

 

Ich selbst freue mich wieder auf neue Abenteuer und bin gespannt was das Jahr 2014 so bringen mag.

 

Los geht es mit einem Trainingslager auf Lanzarote, dem Corpus Competence Camp.

http://www.clublasanta.de/sport-aktivitaeten/events-ausschreibungen/2014/01/competence-tricamp-by-corpus-ute-mueckel

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